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Marokkanische Minze für Tee und Speisen

« Sommerliche Frische aus dem Orient »

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Minze bei uns lediglich als Pfefferminztee oder als Geschmack in Kaugummis bekannt. Ich weiß noch, als ich vor vielen Jahren ganz stolz eine Minzpflanze aus Marokko mitbrachte. Ich hatte sie tagelang auf der langen Autofahrt gehegt und gepflegt, um sie heil nach Hause zu bekommen. Und was sagt meine Großmutter: „Setz das nur nicht in den Garten, sonst haben wir in ein paar Jahren alles damit überwuchert und so viel Pfefferminztee kann doch kein Mensch trinken.“ Marokkanische Minze als Gewürz war ihr damals noch unbekannt.

Was hat es mit der Nanaminze auf sich?

Es sind hauptsächlich drei Minzarten bekannt, die Mentha spicata var. crispa Marokko, also die „Marokkanische Minze“, die aus den afrikanischen Ländern um das Mittelmeer stammt. Sie ist eine natürliche Art der krausen Minze mit relativ niedrigem Mentholgehalt, was sie mild und aromatisch macht und dezente frische in Salate zaubert. Dann die Mentha spicata var. crispa Nane, die als „Nane“ bekannte Sorte kommt aus Vorderasien und hat vor allem in der türkischen Küche ihren Platz. Sie ist ihrer nordafrikanischen Schwester relativ ähnlich, nur etwas intensiver und höher wachsend.

Nanaminze
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Und als letzte im Bunde die Mentha x piperita var piperita Nana, auch „Pfefferminze Nana“ genannt. Sie ist eine reine Zuchtform, eine Hybride, die nur künstlich, also vegetativ vermehrt werden kann. Sie hat einen sehr hohen Mentholgehalt und wird oft für Auszüge benutzt, bei denen ein sehr intensives Aroma gewünscht ist.

Thé à la menthe oder Pfefferminztee – marokkanische Minze im Tee

Das nordafrikanische Nationalgetränk thé à la menthe hat nichts mit unserem Pfefferminztee gemeinsam. Der Name thé à la menthe stammt aus dem Französischen und bedeutet Tee nach Minzart. Dazu muss man aber wissen, dass in Frankreich „thé“ immer Schwarz- oder Grüntee bezeichnet. Ein Kräutertee wie ein reiner Pfefferminztee heißt dort: „infusion“, da er nicht von der Teepflanze stammt. Und so wenig die Namen gemeinsam haben, so groß ist auch der geschmackliche Unterschied.

Traditioneller marokkanischer Minztee
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Marokkanischer Tee, der „thé à la menthe“, ist ein süßes, sehr erfrischendes Getränk aus Grüntee, marokkanischer Minze und Zucker, das in seiner Heimat immer und überall genossen wird. Geht man in ein Kleidergeschäft, in eine Teppichhandlung oder zu Bekannten – immer gibt es erst einmal einen thé à la menthe. Oft wird marokkanischer Tee auch noch süßer als sonst üblich, nach einem opulenten Essen, als eine Art Nachtisch genossen.

Zubereitung des berühmten „thé à la menthe“

In eine Teekanne kommt der Gun Powder und wird mit einer Tasse kochenden Wassers begossen, das man sofort eine zweite Tasse abgießt. Nun wird eine weitere Tasse kochendes Wasser über den Tee geschüttet, der wieder sofort abgegossen, aber weggeschüttet wird. Dies dient der Reinigung der nun geöffneten Blätter. Die erste Tasse Tee schüttet man zurück in die Kanne und gießt mit dem restlichen kochenden Wasser auf.

Marokkanische Minze
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Nach etwa 3 Minuten gibt man den Bund Minzstängel, dem man einige Spitzen abgezwickt hat, sowie den Zucker hinzu und lässt alles 5 Minuten ziehen. Vor dem Servieren wird der thé à la menthe mehrmals in hohem Strahl in ein Teeglas und wieder zurück in die Kanne gegossen.

Es ist wichtig, dass der Tee mit Luft in Berührung kommt, um sein Aroma entfalten zu können.

Nun kommt in jede Tasse ein wenig marokkanische Minze und wird mit dem Tee, wieder aus großer Höhe, aufgegossen. Fertig ist das Nationalgetränk der Marokkaner. Und wer diese erfrischende Köstlichkeit probiert hat, der versteht, warum sie in Nordafrika zu wirklich jeder Gelegenheit genossen wird.

Die schnelle und dennoch leckere Alternative

Wem das alles zu viel Aufwand ist, der gibt marokkanische Minze in seinen Tee, am besten in einen Grüntee. Die optimale Aufgusstemperatur liegt bei etwa 70 °C und in die Teekanne steckt man entweder ein paar Stängel frische Minze oder füllt ein Teesieb. Noch praktischer ist ein großer Einwegteebeutel mit qualitativ hochwertiger getrockneter Nanaminze, der in die Teekanne kommt. Süßen kannst du ganz nach Geschmack.

Minztee
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Zur Verfeinerung kannst du einige angedrückte Kardamomkapseln, etwas Zimt, Safran oder Anis mit in die Kanne geben. Das Getränk ist nicht nur warm superlecker, sondern auch gekühlt mit ein paar Eiswürfeln eine köstliche Erfrischung im Sommer.

Die aromatische marokkanische Minze in unseren Breiten

Wer das Glück hat, einen türkischen Supermarkt oder gar ein marokkanisches oder tunesisches Geschäft in seiner Nähe zu haben, für den sollte die Beschaffung von Nanaminze kein Problem darstellen. Was aber tun, wen dem nicht so ist?

Die Lösung heißt in diesem Falle entweder selbst anbauen oder auf gute, getrocknete marokkanische Minze zurückgreifen.

Diese hat nichts mit dem zu tun, was man als Pfefferminztee, in Teebeuteln verpackt, im Supermarkt erstehen kann. Gute getrocknete Kräuter haben ein volleres Aroma und nur wenig Stängel- oder Grasanteil. Es handelt sich dabei um einzeln gezupfte und getrocknete Blätter, die anschließend gerebelt wurden.

Minztee und Lokum
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Für den Anbau im Garten kann man versuchen, Topfware, die man Gartenmarkt kauft, in einem großen Kübel oder einem Beet zu kultivieren. Die Pflanze ist nicht anspruchsvoll und gedeiht gut an einem sonnigen, warmen Platz. Die Erde sollte locker sein und nie austrocknen. Pflanzt man sie in ein Beet, ist es ratsam sie mit einem tiefen Ring zu versehen, um eine ungewollte Ausbreitung zu verhindern.

Als Gewürz ungewohnt und aromatisch

Wer kennt es nicht, die berühmte englische Mint Sauce zum Lamm? Aber es muss ja nicht gleich so extrem sein. Es gibt in den großen Küchen einige tolle Fleischgerichte, die mit Nanaminze abgeschmeckt eine ganz neue Dimension erhalten. Wer die orientalische Küche liebt, der kommt an ihren orientalischen Gewürzmischung nicht vorbei. Probiere doch mal folgende Marinade, sie ist eine Offenbarung und geht sehr schnell und einfach:

Thymian-Minz-Marinade mit Pepp

In diese Marinade kannst du alle Fleischsorten, aber auch Gemüse einlegen. Besonders lecker schmeckt hierin mariniertes Lamm, ein Kalbskarree oder Huhn sowie Pute. Wenn du Zucchini, Möhren, rote Beete oder Kartoffeln darin marinierst, bevor du sie grillst oder brätst, werden deine Gäste von der Würzung begeistert sein:

  • 1 EL Nanaminze
  • 2 EL Thymian
  • 2 TL Meersalz 1 TL schwarzer, frisch gemörserter Langpfeffer
  • ½ TL Harissagewürz
  • 5 EL Olivenöl

Nana MinzeAlle Zutaten einfach zusammenrühren und das Fleisch oder Gemüse in einem Gefrierbeutel mit möglichst wenig Luft darin marinieren. Selbstverständlich kannst du auch frische Kräuter klein geschnitten verwenden. Für mehr Schärfe kannst du gerne etwas mehr Harrissagewürz verwenden. Es lohnt sich beim Kauf auf die feine, aromatische marokkanische Nanaminze Wert zu legen. Das herbe, leicht beißende Menthol, wie es in den anderen Minzsorten in erheblich höherer Konzentration vorkommt, übertönt leicht andere Gewürze.

Die sanfte Nanaminze aber unterstreicht den Eigengeschmack, ohne zu dominieren.