Startseite | Gewürze | Sternanis – für Herbstgerichte unverzichtbar
© PhotoSG / Fotolia.com

Sternanis – für Herbstgerichte unverzichtbar

Aus der Weihnachtsbäckerei sind Gewürze wie Zimt, Nelke und Sternanis kaum wegzudenken. Dabei wird Letzteres oftmals stark unterschätzt, denn es mundet nicht nur in der Adventszeit, sondern ist ein Gewürz, das viele interessante Herbstgerichte noch leckerer macht.

Typische Gewürze

Wenn du zu den unterschiedlichen Jahreszeiten an Kräuter und Gewürze denkst, fallen dir sicher einige typische Sorten ein. Im Frühjahr sind es beispielsweise Bärlauch und Petersilie, im Sommer Zitronenmelisse und Basilikum, der Winter mit seiner Weihnachtszeit steht für Zimt und Vanille. Und der Herbst? Kümmel und Ingwer vielleicht. Ein wichtiges Aroma wird dabei im Herbst viel zu häufig vergessen, dabei gibt es allerhand her: Es stammt vom Sternanis.

Der kleine, aber feine Unterschied

Man könnte meinen, dass Anis die umgangssprachliche Kurzform von Sternanis ist. Das ist aber nicht der Fall. Zwar sind beide Gewürze sich im Geschmack und im Geruch ähnlich, es handelt sich jedoch um völlig unterschiedliche Pflanzen.

© Printemps / Fotolia.com
© Printemps / Fotolia.com

Das beginnt schon bei der Herkunft: Während Anis aus dem Mittelmeerraum stammt, kommt Sternanis aus Asien, genauer gesagt aus Südchina und Vietnam und ist eine Nuance bitterer als normaler Anis. Er wächst auf dem gleichnamigen Baum und bei der Verarbeitung werden nicht nur die Samen, sondern die ganze Frucht vermahlen. In der europäischen Küche finden beide häufig ähnliche Verwendung, denn beide verfügen über den Inhaltsstoff Anethol, der diesen ganz bestimmten Geschmack ausmacht.

sternanis-ursprung-vietnamDie Einzigartigkeit

Der Geschmack von Sternanis ist anderen Gewürzen gegenüber nahezu unverwechselbar. Er hat eine ganz besonders süßliche Note, die an den Geschmack von Lakritz erinnert.

Auch der Geruch ist typisch und hebt sich gegenüber anderen Aromen stark ab. So verleiht er vielen Speisen und insbesondere Herbstgerichten einen einzigartigen Geschmack.

Unverwechselbar ist ebenfalls sein äußeres Erscheinungsbild. Die am immergrünen Sternanisbaum wachsende Frucht hat ihren Namen nicht umsonst. Wenn die Frucht zur Reifezeit aufspringt, kommen braune „Sterne“ zum Vorschein, die nach der Ernte getrocknet und später gemahlen werden. Allerdings verliert das gemahlene Gewürz relativ schnell an Aroma, sodass es sich – wenn du auf Vorrat kaufen möchtest – anbietet, die getrockneten Früchte im Ganzen zu erwerben und später bei Bedarf selbst mit dem Mörser zu zerstoßen.

Ein Muss in der asiatischen Küche

Wie wir bereits erwähnt haben, stammt dieses besondere Gewürz aus Südchina. Entsprechend fand es schon früh Verwendung in der asiatischen Küche und ist bis heute aus dieser nicht mehr wegzudenken. Die Pekingente wird traditionell zum Beispiel mit Sternanis zubereitet. Und er ist auch neben Szechuanpfeffer, Zimt, Fenchel und Gewürznelke fester Bestandteil des Fünf-Gewürz-Pulvers, das bei zahlreichen asiatischen Gerichten Anwendung findet. So eignet sich diese besondere Gewürzmischung nicht nur bei chinesischen Fleischgerichten jeder Art (Geflügel, Schwein, Rind, Wild), sondern auch bei Gerichten mit Fisch und Krustentieren.

© Susanne Wünschmann / Fotolia.com
© Susanne Wünschmann / Fotolia.com

Möchtest du deiner Bratensauce eine besondere Note geben? Dann darf es auch gerne das Fünf-Gewürze-Pulver sein. Vielleicht möchtest du das traditionelle Pulver etwas verändern? Dann harmonieren sowohl Lorbeer und Kardamom als auch Ingwer sehr gut mit den anderen Gewürzen. So kann die asiatische Küche ganz einfach in die heimische Küche einfließen und es entstehen besonders leckere neue Herbstrezepte mit dem einzigartigen Geschmack des so unterschätzten Gewürzes.

Herbstzeit, Kuchenzeit

Nicht nur die Weihnachtszeit bietet sich zum Backen von leckeren Kuchen an. Im Herbst sind besonders Obstsorten wie Kirschen, Trauben, Birnen und natürlich Äpfel sehr beliebt. Jedes Obst kann zu einem wunderbaren Kuchen verarbeitet werden. Veredelst du mit ein wenig Sternanis und gibst den traditionellen Kuchen den entscheidenden Pfiff. In Verbindung mit Zimt, Nelke oder Vanille kommt zwar nicht zwingend Weihnachtsstimmung auf, der Herbst wird jedoch freudig mit warmen Strudel- und Kuchenspezialitäten empfangen. Zum Ende des Herbstes, wenn es dann tatsächlich an die Weihnachtsleckereien aus der hauseigenen Backstube geht, ist dieses Gewürz für ein bestimmtes Rezept unverzichtbar: Lebkuchen!

© kuvona / Fotolia.com
© kuvona / Fotolia.com

Besonderes Aroma für spezielle Getränke

Sternanis ist ein Allroundtalent. Wir finden ihn nicht nur in Gebäck oder herzhaften Gerichten, ebenso beliebt ist er in Getränken. In Tees wird er häufig verwendet, doch auch im Punsch oder Glühwein. Die Möglichkeiten, das Gewürz in Getränken zu verarbeiten, sind vielfältiger als gedacht. Es ergänzt sich nämlich großartig mit vielen Obstsorten. Vom Pflaumensaft über den Granatapfelsaft bis hin zum Ananassaft mit einer feinen Sternanis-Note ist vieles denkbar, sogar Smoothies können damit ein einzigartiges und vor allem ungeahntes Aroma bekommen, sodass viele Herbstrezepte wie beispielsweise der Apfel-Rhabarber-Smoothie mit einem halben Teelöffel davon plötzlich zum neuen Lieblingsgetränk werden.

© drubig-photo / Fotolia.com
© drubig-photo / Fotolia.com

Klassische Herbstrezepte verfeinert

Aufgrund seines besonderen Geschmacks ist der sternförmige Anis ein sehr spezielles Mittel zur Aromatisierung, passt aber zu vielen klassischen Herbstgerichten, die er ordentlich aufpeppt. Die Kürbissuppe gehört beispielsweise ähnlich wie Rehbraten, Schweinemedaillons, Lammfilet, Tomatensuppe und vieles mehr dazu. Machst du außerdem gerne Marmelade selbst ein, dann gib deinen Eigenkreationen das gewisse Etwas! Sternanis passt prima zu Orangenmarmelade, Pflaumenmarmelade und vielen weiteren Sorten.

© Floydine / Fotolia.com
© Floydine / Fotolia.com

Du merkst es sicher schon: hier handelt es sich um ein wirklich vollkommen unterschätztes Gewürz, das mit so vielen Lebensmitteln und anderen Aromen harmoniert, sodass sich viele neue Möglichkeiten eröffnen und altbekannte Herbstrezepte neu und wohlschmeckend interpretiert werden können.

Übrigens: Hier findest du unser rezentes Kürbissuppenrezept!