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Blutwurz-Likoer
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Blutwurz ansetzen

Blutwurz – ein Kraut mit vielen Namen

Blutwurz, regional auch als Tormentill nach seinem lateinischen Namen Potentilla tormentilla oder unter den Bezeichnungen Natternwurz oder Aufrechtes Fingerkraut bekannt, ist eine altbekannte Würz- und Heilpflanze aus der Familie der Rosengewächse, die in fast ganz Europa gefunden und gesammelt wird. Sammelzeiten der gerbsäurehaltigen Wurzel sind in den mittleren Breiten Spätherbst und zeitiger Frühling. Die krautige Pflanze bleibt niedrig und ist sowohl an ihren charakteristischen Blättern als auch ihren einfachen, leuchtend gelben Blüten erkennbar. Die Wurzeln färben sich nach dem Anschnitt schnell rot, was auch zum Namen „Blutwurz“ geführt hat.

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Wie werden Blutwurz-Tinktur und Blutwurz-Likör angesetzt?

Für die Herstellung einer Blutwurz-Tinktur muss man die Tormentillwurzel selber ansetzen. Man füllt die sauberen, fein geschnittenen, frischen oder getrockneten Wurzeln der Pflanze in ein sauberes Schraubglas und übergießt sie mit einem hochprozentigen Alkohol wie Wodka, Korn oder Klarem. Alle Pflanzenteile müssen vollständig bedeckt sein; am besten füllt man das Glas bis an den Rand, so dass nach dem sorgfältigen Verschrauben keine Luft in dem Behälter zurückbleibt. Anschließend wird der Ansatz an einen dunklen und möglichst gleichmäßig kühlen Ort gestellt, damit der Alkohol sich mit den Inhaltsstoffen des Blutwurz vermischen kann.

Eine minimale Stehzeit sind beim Blutwurz Ansetzen zwei Wochen, sechs Wochen Ruhe hingegen wären ideal. Anschließend seiht man die Tinktur durch ein Haarsieb oder ein dicht gewebtes, steriles Baumwolltuch ab und füllt die fertige Tinktur in dunkle Glasflaschen. Diese wiederum müssen kühl gelagert werden; aufgrund des hohen Alkoholgehalts der Tinktur hält sich diese jedoch problemlos mehrere Monate. Setzt man also Blutwurz einmal im späten Herbst und ein weiteres Mal im Vorfrühling an, bereitet es keine Mühe, immer einen ausreichenden Vorrat der Tinktur zur Hand zu haben. Wer auf getrocknete Blutwurz zurückgreift, kann jahreszeitenunabhängig arbeiten und experimentieren und muss sich über wechselnde Eigenschaften der Pflanzen keine Sorgen machen, weil das verwendete Produkt von gleichbleibend höchster Qualität ist.

Für den schmackhaften, für die Alpenregion typischen Blutwurz-Likör, der gern nach einer reichhaltigen Mahlzeit getrunken wird, ist das Rezept ähnlich. Auf einen Liter guten Alkohol genügt eine Menge von etwa 35 Gramm getrockneter Blutwurzwurzeln (eine gute Handvoll). Die fein geschnittenen Wurzeln werden zum Blutwurz Ansetzen mit 150 Gramm Rohrohr- oder Kandiszucker und je nach Geschmack einigen Sultaninen vermengt und anschließend mit dem Alkohol übergossen. Der Behälter wird fest verschlossen, wiederum dunkel und kühl gestellt und nach sechs Wochen abgeseiht. Wer einen stärkeren Likör wünscht, erhöht die Menge an Blutwurz, wer es süßer mag, die des Zuckers – Experimentieren ist hier erlaubt. Moderne Variationen kombinieren den traditionellen Blutwurzlikör beispielsweise auch mit Orangenschalenabrieb, einigen Wacholderbeeren oder Minzblättern.

Tipps und Tricks und Variationen

Um eine besonders potente Blutwurztinktur oder einen unverwechselbaren Likör herzustellen, gilt es einiges zu beachten. Selbstverständlich ist größte Sauberkeit bei der Verarbeitung der getrockneten Blutwurz ebenso wichtig wie genug Platz bei der Zubereitung, damit keine anderen Kräuter mit in die Gläser gelangen und das gewünschte Ergebnis verfälschen. Außerdem sollten die Gläser regelmäßig begutachtet werden, damit man, falls nötig, noch einmal beginnen kann.

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Blutwurz selber ansetzen

Wer Likör aus Blutwurz selber ansetzen und herstellen möchte, sollte sich ganz auf sein Gefühl verlassen: Wonach soll der Likör schmecken? Kommt es mir darauf an, ein traditionelles Rezept fortzuführen? Will ich meinen ganz eigenen, unverwechselbaren Blutwurzlikör erfinden, um damit nicht nur mir selbst, sondern auch meinen Freunden eine Freude zu machen? Dann empfiehlt es sich, neben der klassischen Version noch zwei, drei weitere mit entsprechenden Veränderungen anzusetzen. Wie wäre es, den Zucker ganz oder teilweise durch Honig oder Ahornsirup zu ersetzen? Oder einige Wildfrüchte hinzuzufügen (ohne dass es gleich ein Rumtopf werden muss). Am besten ist es, man schaut auf der nächsten Wanderung, welche anderen essbaren Pflanzen Nachbarn der begehrten Wurzel sind und lässt sich hiervon inspirieren.

Obwohl die Pflanze sehr weit verbreitet ist, empfiehlt es sich, auf professionell gesammelte und getrocknete Wurzeln zurückzugreifen. Dies schont die Umwelt und garantiert die stabil höchste Qualität des Produkts.