Startseite | Gewürze | Guacamole, der mexikanische Avocado-Dip
© vitals / shutterstock.com

Guacamole, der mexikanische Avocado-Dip

Was ist Guacamole?

Guacamole ist ein klassisches Rezept der mexikanischen Küche. Die Spezialität wird aus dem Fruchtfleisch der Avocado zubereitet. Der leckere Dip ist eine klasse Beilage für Tortilla-Chips oder Taquitos. Aber auch als Vorspeise oder zu Fleischgerichten wird die Avocado-Creme gereicht.

Der Begriff Guacamole stammt von dem Nahuatl-Wort ahuacamolli ab. Zeitlich ist Guacamole und Nahuatl in die präkolumbischen Geschichte einzuordnen. Also vor der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahre 1492. Die Sprache wurde hauptsächlich im Tal von Mexiko, auch Anahuac-Tal genannt von Atzeken und verwandten Nahua-Völkern gesprochen. Sie diente im 15. und 16. Jahrhundert in Zentralmexiko als Verkehrssprache. Auf deutsch bedeutet das Wort Guacamole, so viel wie Avocado-Sauce und das Anahuac-Tal kann mit „Land zwischen den Wassern“ übersetzt werden.

Die vielreiche Frucht Avocado

Die Hauptzutat von Guacamole ist die köstliche Frucht Avocado. Das Fruchtfleisch wird püriert oder zerdrückt. Anschließend wird die Creme mit Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Chiles kombiniert. Die Avocado ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lorbeergewächse. Sie ist aus botanischer Sicht eine Beere und wächst im feuchtwarmen tropischen Regenwald Zentralamerikas. Ursprünglich stammt sie aus den Bergwäldern Mittelamerikas. Dort wurde sie bereits vor 8.000 Jahren angebaut. Erst im Jahre 1653 wurde die Avocado durch englische Seefahrer in Europa bekannt und war wegen ihres hohen Nähwerts ein wertvoller Proviant.

Die Avocado selbst wird bis zu 25 cm lang und kann ein Gewicht von 150g bis 1 kg erreichen. Die für den Export gedachten Früchte wiegen allerdings weniger. Sie haben nur ein Gewicht zwischen 250 und 400 Gramm. Dies variiert je nach Sorte.

Die Frucht wächst an einem aschgrauen Baum, der eine Höhe von 15 bis zu 20 Metern erreicht. In den ersten Jahren trägt der Baum keine Blüten, sowie Früchte. Erst nach zehn oder mehr Jahren bildet er Blüten. Diese sind etwa fünf bis acht Millimeter lang, sind kurz gestielt und besitzen ein gelb – grünliches Farbschema. Im Gegensatz zu den kleinen Blüten sind die Blätter des Avocadobaums riesig. Die Laubblätter sind bis zu 24 Zentimeter lang und haben eine dunkelgrüne bis grünbläuliche Farbe. In jungen Jahren sind sie rot und fein behaart.

Die Avocado-Frucht ist eine einsamige, birnenförmige Beere mit einer ledrigen, runzligen Außenschale. Die Schale hat ein breites Farbschema von mittel- bis dunkelgrün, dunkelrot, purpur bis schwarz. Das Fruchtfleisch is allerdings goldgelb bis grüngelb, welches bei Luftkontakt eine dunklere Farbe annimmt. Im Innern der Avocado befindet sich ein großer Samen, der ungefähr 13 bis 18 % der Frucht ausmacht. Samen und Fruchtfleisch bestehen rund 30% aus Fett. Aus diesem Grund wird Avocado auch Butterfrucht genannt.

© barmalini / shutterstock.com

Sortenvielfalt der Avocado

Heutzutage gibt es über 400 verschiedene Avocado-Sorten. Gründe für die zahlreiche Artenvielfalt liegt in der sehr langen Tradition der Kultivierung der Avocado. Die Früchte unterscheiden sich in Größe, Farbe und Aroma. Zum Beispiel kann die Avocado grün, purpurfarben bis schwarz sein. Dabei kann die Schale glatt, glänzend, rau oder warzig aussehen. Aus diesem Grund trägt die Avocado auch den Beinamen Alligatorbirne. Sie hat im reifen Zustand cremefarbenes oder leicht hellgrünes Fruchtfleisch und ist butterweich.

Die drei wohl bekanntesten Sorten unterscheiden sich gänzlich voneinander. Der mexikanische Hochlandtyp ist eine kleine bis mittelgroße Frucht mit einer dünnen Schale. Sie hat ein intensives Aroma und den höchsten Fettgehalt. Die Guatemala-Frucht besitzt einen relativ kleinen Samen. Die mittelgroße Frucht zeichnet sich durch eine dicke, raue, warzige oder narbige Schale aus. Ganz anders ist der westindische Tieflandtyp oder auch Antillen-Typ. Diese Avocado hat eine glatte, dünne aber zähe Schale. Im Inneren ist ein relativ großer Samen. Allerdings hat sie den geringsten Fettgehalt.

Guacamole, wie beim Mexikaner!

Eine selbstgemachte Guacamole schmeckt am köstlichsten frisch und selbstgemacht. Sie ist ein echter Partyhit, den sie kann mit vielen verschiedenen Beilagen und Zutaten variiert werden. Für eine leichte Zubereitung eignet sich eine reife Avocado am besten. Die Frucht besitzt in diesem Zustand am meisten Aroma und lässt sich leicht zerdrücken. Außerdem wird der Dip schön cremig. Für einen pikanten Geschmack einfach Chilischoten unter die Creme heben. Aber auch Knoblauchpulver verleiht den Dip eine würzige Schärfe. Damit die Guacamole ihre appetitliche grüne Farbe behält, sollte Zitronensaft einen Weg ins Rezept finden.

Grundrezept Guacamole

  • 2 kleine Avocados
  • 2 Esslöffel Zitronensaft oder ½ ausgepresste Zitrone
  • 1 – 2 Knoblauchzehen oder Knoblauchpulver
  • Salz und schwarzer Pfeffer
  • Zutaten nach dem eigenen Geschmack (Tomaten, Chilischoten, Petersilie etc.)

Die Avocados zuerst halbieren und entsteinen. Das Fruchtfleisch aus der Schale löffeln und in eine Schüssel geben. Anschließend die Knoblauchzehen durch eine Presse drücken oder mit dem Knoblauchpulver würzen. Alles mir einer Gabel zerdrücken bis eine lockere Creme entstanden ist. Danach den Zitronensaft und alle gewünschten Zutaten unterrühren. Zum Schluss die Guacamole mit Salz und Pfeffer würzen.
Die Guacamole in einer hübschen Schale servieren und mit Petersilie oder Korianderblätter dekorieren.

© WilliamEdwards14 / shutterstock.com

Was passt zur Guacamole?

Guacamole kennen vielen nur als Dip für Tortilla-Chips und Nachos. Jedoch hat Guacamole viel mehr zu bieten. Es können zum Beispiel auch Pommes und Kartoffelecken gedippt werden. Aber auch als Soße für verschiedene Brote, wie Baguette oder Ciabatta glänzt Guacamole.

Wer es nicht nur vegetarisch mag, kann die Creme auch zu Fleisch reichen. Egal ob Schwein, Hähnchen oder Rind, ob geräuchert, gegrillt oder gebraten die grüne Paste sollte stets auf dem Tisch parat stehen. Ein echtes Highlight bei jeder Mahlzeit.

Empfehlenswert ist die köstliche Avocado-Creme zu mexikanischen Gerichten. Burritos sind gefüllte Tortillas aus Weizenmehl. Die weichen Weizentortillas haben oft eine Füllung aus Hackfleisch, Bohnen, Reis, Tomaten, Avocado oder Käse. Nicht selten wird auf den Tortilla grüner Salat, saure Sahne oder eben Guacamole gegeben. Burritos werden bereits fertig gefüllt und gerollt serviert. Ein super Gericht für unterwegs. Ein frittierter Burrito heißt Chimichanga und besteht, im Gegensatz zu Enchiladas, ebenfalls aus Weizenmehl. Enchiladas werden aus Maismehl-Tortilla hergestellt.

Einen leckeren Tip für den Klassiker: Tortilla-Chips und Nachos mit Guacamole und Käse überbacken.

Die besten Tipps und Tricks für eine leckere Guacamole

Zum Abschluss haben wir für dich noch ein paar Kniffs für den perfekten Dip parat. Die Guacamole wird geschmacksintensiver, wenn die Avocado etwas länger reift. Um festzustellen, ob eine Avocado reift ist, hilft der Drucktest. Die Schale sollte bei einem leichtem Druck nachgeben. Auch der Geruch ist ein Hinweis auf den Reifegrad, denn unreife Früchte duften nicht. Auch durch Schütteln lässt sich eine reife Frucht bestimmen. Wenn der Kern sich im inneren der Frucht bewegt, ist sie reif und für den Verzehr geeignet.

Um eine makellose Frucht zu erhalten, sollten noch unreife Früchte gekauft werden. Diese sind gegen Druck weniger empfindlich und lassen sich so leicht nach Hause transportieren. Sie reift zu Hause bei richtiger Lagerung ganz einfach nach. Hierfür die Frucht in eine Schale legen und bei Zimmertemperatur reifen lassen. Die Frucht kann ebenfalls in Papier gewickelt werden. Wichtig: unreife Früchte nicht unter 8°C lagern. Sie könnten ansonsten bitter werden. Wenn die Frucht bereits den richtigen Reifegrad besitzt, ist eine Lagerung im Kühlschrank bis zum Verzehr durchaus möglich. Unreife Avocados sind bei optimaler Lagerung bis zu vier Wochen und reife Früchte bis zu zwei Wochen haltbar. Die Frucht ist zum Einfrieren nicht geeignet!

Für den Geschmack ist die richtige Würze ebenfalls wichtig. Also nicht mit Salz sparen. Nur bei Limetten ist Vorsicht geboten. Die Säure kann den Geschmack schnell überdecken. Zwiebeln, Koriander und alle anderen Gewürze erst zur einer Paste zerreiben, damit sich die Aromen entfalten können. Hierfür eignet sich ein Mörser besonders gut. Wer es milderer mag, kann rote Schalotten statt weiße Zwiebeln verwenden. Stehen Tomaten mit auf dem Guacamole-Rezept, unbedingt die Kerngehäuse entfernen. Die wässrigen Gehäuse schaden der cremigen Konsistenz.