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Rezept für Linseneintopf

« Weil Klassiker einfach zubereitet am besten schmecken »

Linsen haben schon etwas Besonderes an sich… seit Urzeiten dienen sie dem Menschen als günstiges Grundnahrungsmittel. Sie liefern relativ viel Eiweiß und in Zeiten, in denen Fleisch knapp oder schlicht und einfach zu teuer war, griff man gerne auf ein Rezept für einen Linseneintopf zurück. Auch für Menschen, die sich kohlehydratarm ernähren, ist die Hülsenfrucht eine tolle Sache.

Bei den alten Griechen ein Arme-Leute-Essen

Der Philosoph Diogenes, der zeitweise in einem Fass lebte, soll auf einer Türschwelle gesessen und Linseneintopf gegessen haben. Damals galt Essen in der Öffentlichkeit als unanständig und die Hülsenfrucht als ausgesprochen armselig. Diogenes war dafür bekannt, dass er sich keinen gesellschaftlichen Gepflogenheiten unterwerfen wollte. Und jedermann wusste, dass er sich überwiegend von dem billigen Linseneintopf ernährte. Jedenfalls kam der kaiserliche Philosoph Aristippos des Weges und bemerkte den Eintopf essenden Gelehrten. Von Aristippos wiederum war bekannt, dass er es mit Schmeicheleien gegenüber dem Herrscher zu einem bequemen, wohlsituierten Leben gebracht hatte.

Alexander der Grosse trifft auf Diogenes
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Dieser sprach zu Diogenes: „Wie bedauerlich für dich, Diogenes… wenn du lernen würdest, etwas unterwürfiger zu sein und dem Kaiser ein wenig mehr zu schmeicheln, dann müsstest du nicht immer nur Linsen essen.“

Diogenes hob sein Haupt und schaute dem reichen Gegenüber direkt in die Augen und erwiderte: „Bedauerlich für dich, Aristippos. Wenn du gelernt hättest, mit Linsen auszukommen, müsstest du nicht so unterwürfig sein und dem Kaiser ständig schmeicheln.“

Schöner Brauch

In Italien, aber auch in manchen süddeutschen Gegenden ist es Sitte, zu Silvester rote Unterwäsche zu tragen und um Mitternacht Linseneintopf zu essen. Das soll im nächsten Jahr reichen Geldsegen, Wohlstand und Glück in der Liebe bringen. Ob es tatsächlich so ist, wissen wir nicht… aber schaden kann es auch nicht.

Linseneintopf
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Vielleicht probierst du beim nächsten Jahreswechsel mit deinen Lieben den Brauch einfach mal aus? Ein schönes Rezept halten wir hier jedenfalls schon mal für dich bereit.

Es gibt nicht nur eine Linse

Es gibt etliche Sorten der Hülsenfrucht und jede hat ihre eigene Charakteristik. In Mitteleuropa wird sie kaum noch kultiviert und wenn, als ausgesprochene Spezialität wie die Lentilles vert aus Le Puy oder die Alb Leisa, die auf der schwäbischen Alb wieder angebaut werden. Beide ähneln sich im Geschmack und sind perfekt für Linseneintopf. Oder die hübschen Belugalinsen, die ganz klein und schwarz sind und sich aufgrund ihres kräftigen Geschmacks ausgezeichnet für Salate eignen. Nicht vergessen sollte man die Castelluccio-Linse, eine wahre Delikatesse. Sie wächst auf 1.400 Meter Höhe in Umbrien, ist sehr klein, nur mit dünner Schale und hat einen zarten Nussgeschmack. Alles diese Linsen eignen sich für unseren Eintopf.

Linsensorten
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Rezept für einen Linseneintopf, der jeder Schwäbin zur Ehre gereicht

Den Speck in große Stücke teilen. Zusammen mit den Schwarten etwas auslassen. Alles Gemüse in kleine Würfel schneiden und erst die Zwiebeln, dann den Rest zum Speck geben und gut anrösten. Das Tomatenmark, den Majoran, das Knoblauchpulver, das Chilipulver sowie die Linsen zugeben und auch leicht anrösten. Nun mit der Brühe aufgießen und ganz sachte ca. 45 Minuten simmern. Den Zucker sowie den Essig zufügen, einmal noch kurz aufkochen. Dann mit Pfeffer und Salz abschmecken.

So liebt man den Eintopf nicht nur im Schwabenländle

Dieses Rezept für Linseneintopf wird zum schwäbischen Nationalgericht, wenn du noch Spätzle und Saitenwürstle, also Wienerle dazu machst. So wird das ein schnelles – die meiste Zeit simmert der Eintopf laut Rezept ja alleine vor sich hin – und sehr schmackhaftes Essen. Besonders gut gelingt das Rezept, wenn Du eine größere Menge kochst.

Linsensuppe mit Wiener Wuerstchen
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Lade doch mal Freunde zum Linseneintopf ein. Dazu einen der hervorragenden Württemberger Weine, beispielsweise einen Trollinger, den traditionellen Begleiter des Gerichts aus dem Genießerländle. Viel Freude beim Nachkochen!