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Bitterstoffe

Du hast bitter nötig! So gesund sind Bitterstoffe:

Zu den fünf Geschmacksrichtungen, die wir auf unserer Zunge wahrnehmen können, gehört neben süß, salzig, sauer und umami auch der bittere Geschmack. Letzterer kommt in der modernen Ernährung nur noch selten vor. So kennen wir ihn aus Lebensmitteln wie den frischen Kaffee am Morgen, einem Stück dunkler Schokolade, der Grapefruit oder dem Radicchio. Grund für den bitteren Geschmack sind natürliche Pflanzenstoffe, sogenannte Bitterstoffe, welche in der richtigen Menge eine enorme und leider durch die heutige Nahrungsmittelindustrie in Vergessenheit geratene Wirkung auf unseren Körper haben. Aber was genau sind Bitterstoffe? Welche Wirkung haben sie auf den menschlichen Körper? Und wo kommen sie vor? Wir haben alles Wichtige rund um das Thema Bitterstoffe für dich auf einen Blick zusammengefasst.

Was sind Bitterstoffe?

Sobald ein Stoff durch seine chemische Verbindung einen bitteren Geschmack aufweist, wird er als Bitterstoff bezeichnet. Dabei ist der bittere Geschmack, welcher messbar unterschiedliche Stärken aufweisen kann, die einzige Gemeinsamkeit zwischen den unterschiedlichen Bitterstoffen. Denn sie lassen sich keiner bestimmten Stoffgruppe zuordnen. Natürlicherweise kommen sie in pflanzlichen Lebensmitteln vor, wo sie unter anderem Salze, Polyphenole, Flavonoide oder Koffein enthalten können. Sie können aber auch synthetisch hergestellt werden. (1)

Beim Verzehr von bitter schmeckenden Lebensmitteln verziehen wir gerne mal das Gesicht und empfinden es als unangenehm. Das hat einen guten Grund: So war der bittere Geschmack einst ein Warnsignal vor giftigen Pflanzen, welche sich dadurch vor Fressfeinen geschützt haben. Bei den meisten Pflanzen ist die Menge des Giftes aber so gering, dass diese zwar bitter schmecken, für uns aber unbedenklich sind. (2)

Da sich unsere Geschmacksnerven mit der Zeit durch die industrielle Nahrungsherstellung und den Unmengen an Geschmacksverstärkern vorwiegend auf süß und salzig eingestellt haben, schmecken uns diese auch deutlich besser als bittere Speisen, weshalb letztere kaum noch auf unserem Speiseplan stehen. Damit sich ursprünglich bittere Lebensmittel dennoch verkaufen lassen, reduzierte man züchterisch den Bitterstoffgehalt vieler Gemüsesorten. So enthielt beispielsweise der Radicchio oder der Endiviensalat früher deutlich mehr Bitterstoffe. Das ist jedoch sehr schade, da uns durch die fehlenden Bitterstoffe wichtige Schutz- und Heilstoffe fehlen. Warum du Bitterstoffe wieder vermehrt zu dir nehmen solltest und in welchen Lebensmitteln du sie findest, erklären wir dir im Folgenden.

Wie wirken Bitterstoffe?

Unsere Vorfahren wie Hippokrates oder Hildegard von Bingen wussten bereits, wie wichtig Bitterstoffe für unseren Organismus sind und empfahlen schon damals bittere Kräuter bei Beschwerden.

Bitterstoffe sind gut für Magen und Darm
Ernährungsexperten sind sich heutzutage ebenfalls darüber einig, dass (genießbare) Bitterstoffe positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. Besonders die Verdauung soll von der Aufnahme von Bitterstoffen profitieren. So regt der bittere Geschmack auf der Zunge die Produktion der Verdauungssäfte an, was wiederum die Zersetzung der aufgenommenen Nahrung und eine bessere Aufnahme der wertvollen Bestandteile der Nahrung im Darm fördert. Auch die Bauchspeicheldrüse wird durch die Aufnahme von Bitterstoffen aktiviert, wodurch wiederum mehr vom Hormon Insulin gebildet wird, welches den Blutzuckerspiegel reguliert. Es ist mittlerweile außerdem allbekannt, dass eine gesunde Verdauung und ein gesunder Darm die Voraussetzung für ein gut funktionierendes Immunsystem ist. Bitterstoffe können zudem die Entgiftung und Entsäuerung unterstützen. (3)

Bitter macht schlank?
Bitterstoffe regulieren durch ihren bitteren Geschmack und einem schnelleren Sättigungsgefühl den Appetit, wodurch Mahlzeiten oft eher beendet und Kalorien eingespart werden können. Außerdem sollen Bitterstoffe den Heißhunger stillen! Du isst nach deinen Mahlzeiten gerne noch eine süße Nachspeise? Greife das nächste Mal auf ein Stück dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil oder eine halbe Grapefruit zurück und du wirst sehen, dass dein Heißhunger auf Süßes schwindet. (4, 5)

Bittere Nachspeisen

Vom Achterhof Kakaonibs

 

 

 

 

 

 

 

 

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Zu den oben genannten positiven Auswirkungen gibt es zahlreiche weitere. Auch wenn sie nicht alle wissenschaftlich belegt sind, sind sie aus der Pflanzenheilkunde bekannt. Doch sollte einem bewusst sein, dass Bitterstoffe allein nicht ausreichen. Der Körper ist zusätzlich auf seine tägliche Ration an Vitaminen und Mineralstoffen, wie er sie aus Obst und Gemüse gewinnen kann, angewiesen, um funktionieren zu können.

Je bitterer für dich etwas schmeckt, desto mehr zeigt dir dein Körper, wie bitter nötig du die Einnahme von Bitterstoffen hast. Je öfter du Bitterstoffe zu dir nimmst, desto schneller wirst du dich daran gewöhnen.

In diesen Lebensmitteln stecken die wertvollen Bitterstoffe:

Natürliche Bitterstoffe kommen in Heilpflanzen (sog. Amara), Gemüse, Obst, Kräutern und Gewürzen in unterschiedlich hoher Dosis vor. Je bitterer etwas schmeckt, desto höher ist der Bitterwert.

  • Amara werden auch als Bitterstoffdrogen bezeichnet und werden nur in kleinen Mengen verzehrt, da sie im Vergleich zu anderen bitterstoffhaltigen Pflanzen extrem bitter schmecken und bei größerem Verzehr auch Nebenwirkungen mit sich bringen können. In kleineren Mengen sind sie dagegen sehr heilsam und kommen somit vor allem in Tees und Bitterstoffpräparaten vor. Bekannte Amara sind beispielsweise: Enzianwurzel, Wermutkraut, Artischockenblätter, Löwenzahnwurzel, Beifusskraut, Schafgarbe und Galgant sowie Brennnessel, um nur ein paar aufzuzählen.
  • In Gemüse und Früchten kommen Bitterstoffe, wie zu Beginn erklärt, nur noch in geringer Menge vor. Dennoch findest du sie zum Beispiel in Zuckerhut, Chicoree, Brokkoli, Radicchio, Endiviensalat, Rucola, Kohlgemüse, Grapefruit oder Pomelo. Insbesondere in Wildpflanzen und älteren Sorten ist ihr Gehalt am höchsten. Da Bitterstoffe hitzeempfindlich sind, solltest du diese Lebensmittel möglichst roh oder kurz gegart verzehren, um von den gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren.
  • Auch Kräuter und Gewürze wie Petersilie, Koriander, Oregano, Lavendel, Kardamom, Zimt, Ingwer, Pfefferminze, Salbei, Kurkuma, Schwarzkümmel, Pfeffer und Ingwer enthalten Bitterstoffe.

Hier ist Vorsicht geboten!

Aus so manchen Gemüsesorten wurden die Bitterstoffe mit gutem Grund herausgezüchtet. So können bestimmte Bitterstoffe, wie Cucurbitacine oder Solanin giftig wirken. Cucurbitacine befinden sich in Kürbisgewächsen (Zucchini, Kürbis, Melone und Gurke). Testest du diese in rohem Zustand und bemerkst einen leicht bitteren Geschmack, so solltest du sie entsorgen. Den Bitterstoff Solanin findest du in Auberginen, Tomaten und Kartoffeln. Letztere sollten stets trocken, kühl und dunkel gelagert werden. Grüne Stellen und Keime solltest du vor dem Kochen großzügig entfernen beziehungsweise Kartoffeln, bei denen die Keime über 1 cm lang sind, nicht mehr zu dir nehmen. Unreife Tomaten und Auberginen solltest du vor dem Verzehr komplett reifen lassen. (6, 7, 8)

Denn auch wenn die beiden Bitterstoffe herausgezüchtet wurden, können sie unter bestimmten Faktoren, wie Hitze und Trockenheit wieder ihr altes Muster annehmen und erneut Bitterstoffe bilden.

Die vom Achterhof Bitterstoffe

Du möchtest deine Ernährung mit natürlichen Bitterstoffen ergänzen? Bitterstoffe findest du auch bei VOM ACHTERHOF in Form von Kapseln oder Pulver. Dabei legen wir besonderen Wert darauf, dass diese aus rein natürlichen Zutaten bestehen und höchste Qualitätsstandards erfüllen. Überzeuge dich selbst!

ArtischockenblätterLöwenzahnLöwenzahnSchafgarbeBrokkoliLöwenzahn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Unsere liebsten Bitterstoff-Rezepte:

Nimmt man Bitterstoffe etwa 10-30 Minuten vor dem Essen zu sich, so werden die Verdauungssysteme optimal auf die Nahrungsaufnahme und Nahrungsverarbeitung vorbereitet und ein schnelleres Sättigungsgefühl erreicht.

Um dir die Bitterstoffe noch schmackhafter zu machen, damit du sie künftig wieder vermehrt in deiner Ernährung aufnimmst, haben wir uns ein paar einfache und leckere Rezepte für dich überlegt. Starte doch morgen gesund in den Tag mit unserer grünen Frühstücks-Bowl, zaubere dir einen erfrischenden Brennnessel-Smoothie oder backe dir zum Mittag- oder Abendessen eine saftige Gemüse-Quiche. Hier ist für jeden etwas dabei!

Erfrischender Brennnessel-Smoothie

Brennnessel Smoothie

© Tereza Sestakova

Zutaten:

  • 1 TL Brennnesselblätter
  • 1 Apfel
  • ½ Avocado
  • 1-2 TL Honig
  • 1 Handvoll Feldsalat
  • Ein paar Eiswürfel

Zubereitung:

  1. Den Apfel waschen, den Stiel entfernen und vierteln. Du kannst das Kerngehäuse einfach mit verwenden.
  2. Die Avocado längs teilen, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus der Schale nehmen.
  3. Den Feldsalat putzen und waschen.
  4. Anschließend alle Zutaten zusammen mit den Eiswürfeln in den Mixer geben und mit 150ml Wasser mixen. Fertig!

Grüne Frühstücks-Bowl

Grüne Bowl

Zutaten:

  • 1/2 reife Banane
  • 50 g frischen Babyspinat
  • 1/2 Mango
  • 2 TL Bio Brokkoli Pulver
  • Toppings nach Wahl: Kokosflocken, Leinsamen, Trockenfrüchte, Brennnesselsamen, etc.

Zubereitung:

  1. Die Banane und Mango schälen und geschnitten in den Mixer geben. Spinat waschen.
  2. Banane, Spinat und Mango mit dem Bio Brokkoli-Pulver im Hochleistungsmixer mixen.
  3. Den Grünen Smoothie in eine Schale geben.
  4. Mit allem belegen, auf was du gerade Lust hast, und die frische Bowl mit einem Löffel genießen.

Gemüse-Quiche mit Brennnesselsamen

Gemüse Quiche

Zutaten Kuchenteig:

Zutaten Belag:

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten für den Teig zusammenfügen und zu einem glatten Teig kneten.
  2. Eine halbe Stunde ruhen lassen, auswallen und die Kuchenform/en mit einem Pinsel und etwas von der Butter einfetten.
  3. Den Teig mit einer Gabel einstechen und den Boden mit Sauermilch großzügig bestreichen.
  4. Mit etwas Meersalz und schwarzem Pfeffer würzen.
  5. Den Lauch halbieren, waschen und in feine Streifen schneiden. Die Champignons ebenfalls waschen und in feine Scheibchen schneiden.
  6. Den Feta-Käse in Scheiben schneiden.
  7. Lauch, Champignons und Feta abwechselnd auf dem Teigboden verteilen.
  8. Mit Pfeffer und Bockshornklee würzen und Rahm sowie Brennnesselsamen darüber verteilen.
  9. Quiche bei ca. 200 – 220 Grad Celsius während ca. 25-30 Minuten backen.

 

Quellen:
(1): Drewnowski, A. (2001): The Science and Complexity of Bitter Taste, Nutrition Reviews, 59 (6), P.163-169

(2): Smail, H. O. (2019): The roles of genes in the bitter taste, in: AIMS Genet., 6 (4).

(3): Gutmann, P. (2008): Die Heilkraft des Bitteren, Gesundheits-Nachrichten, Band 65, Heft 1

(4): Gräfin Wolffskeel von Reichenberg, A. (2018/2019): Bitterstoffmangel. Gestörte Kommunikation. Praxis Magazin 12/2018– 1 / 2019.

(5) Jeon TI, Zhu B, Larson JL, Osborne TF. SREBP-2 regulates gut peptide secretion through intestinal bitter taste receptor signaling in mice. J Clin Invest. 2008 Nov;118(11):3693-700. doi: 10.1172/JCI36461. Epub 2008 Oct 9. PMID: 18846256; PMCID: PMC2564613.

(6) Der Tropenlandwirt, Zeitschrift für die Landwirtschaft in den Tropen und Subtropen, 86. Jahrgang 1985, S. 99 – 108.

(7) Bundesinstitut für Risikobewertung: Speisekartoffeln sollten niedrige Gehalte an Glykoalkaloiden (Solanin) enthalten, Stellungnahme Nr. 010/2018 des BfR vom 23. April 2018, DOI 10.17590/20180423-085250.

(8) Preiß, U. (2004): Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, 9. Juli 2004 (Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz 2004); Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V. 4. August 1992, in: Grüne Tomaten und gekeimte Kartoffeln – Das natürliche Gift Solanin.